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Psoriasis (Schuppenflechte) - Definition, Ursache, Behandlungen, Tipps, Komplikationen Drucken
Letzte Aktualisierung ( Montag, 22. Oktober 2007 )

Psoriasis (Schuppenflechte) - Definition, Ursache, Behandlungen, Leben mit Psoriasis

Der Artikel wird in Kürze vidiert.

Ärztinnen, Ärzte und Zentren

medHELP GUIDE - Psoriasis - Untersuchung, Therapie und Behandlungen; Wer macht was?

Inhaltsübersicht:


Weitere Informationen


Definition

Psoriasis - die Schuppenflechte, ist eine chronische, entzündliche Hautkrankheit und eine der häufigsten Hauterkrankungen überhaupt. Krankheitsbild, Verlaufsformen und Schweregrad der Psoriasis können sehr unterschiedlich sein und reichen von minimalen, kaum sichtbaren Hautveränderungen bis hin zu schweren Formen mit großflächigem Hautbefall.

Psoriasis ist immer auf die Haut beschränkt, die Schleimhäute bleiben frei. Bei zirka 50% der Betroffenen ist auch die Kopfhaut befallen. Ausgeprägter Befall der Kopfhaut kann vorübergehend zur Verminderung der Haare führen, nicht aber zur Glatzenbildung. Bei etwa zwei Dritteln aller Betroffenen tritt zusätzlich Nagelpsoriasis auf, d. h. Finger- und Zehennägel bekommen kleine Dellen, werden dicker oder verformen sich. Rund 20% der Erkrankten leiden zusätzlich an Psoriatischer Arthritis, einer schmerzhaften und bewegungseinschränkenden Gelenkentzündung.

Psoriasis ist nicht lebensbedrohend und hat auch nichts mit Krebs zu tun, kann aber in schweren Fällen zu Arbeitsunfähigkeit bzw. Invalidität führen.

Während manche Patienten ständig unter mehr oder weniger ausgeprägten Hauterscheinungen leiden, kommt es bei anderen nur gelegentlich zu Schüben, zwischen denen Zeiträume mit weitgehender oder völliger Erscheinungsfreiheit liegen.
Die Hautveränderungen bei Schuppenflechte verursachen nur selten Schmerzen. 60% - 70% der Betroffenen leiden jedoch unter Juckreiz unterschiedlicher Intensität. Das Allgemeinbefinden ist in der Regel nicht beeinträchtigt. Allerdings bedeutet die Erkrankung für viele Patienten eine enorme psychische und soziale Belastung, insbesondere bei schweren Formen mit großflächiger Ausdehnung oder wenn die Hautveränderungen an unbedeckten Körperstellen gut sichtbar sind, wie etwa am behaarten Kopf oder an den Fingernägeln. Dadurch ist die Lebensqualität der Betroffenen oft stark eingeschränkt.

Es ist wichtig zu wissen, das Psoriasis auf keinen Fall ansteckend ist und die Hauterscheinungen auch nichts mit mangelnder Hygiene oder Körperpflege zu tun haben. Leider wissen dies viele Leute immer noch nicht, was den Leidensdruck der Patienten zusätzlich verstärkt.

Die Krankheit Psoriasis ist an sich nicht vererbbar. Sicher ist jedoch, dass die Veranlagung zu Psoriasis vererbt wird. Die Erbanlage wird jedenfalls in etwas weniger als 50 Prozent vom erkrankten Elternteil auf die Nachkommen übertragen. Allerdings bedeutet das Vorhandensein dieser Erbanlage nicht, daß die Krankheit zwangsläufig auftritt.

Meist sind von dieser Hautkrankheit Erwachsene betroffen, wobei erste Krankheitszeichen häufig um das 20. oder 40. Lebensjahr auftreten. Im Säuglingsalter ist Psoriasis eine Rarität, bei Kindern und Jugendlichen selten. In Mitteleuropa sind bis zu fünf Prozent der über 50-Jährigen betroffen, in Österreich insgesamt etwa 250.000 Personen. Bei Männern und Frauen kommt die Krankheit gleich häufig vor.

Formen der Psoriasis

Nach ihrem Erscheinungsbild unterscheidet man verschiedene Hauptformen der Psoriasis. Ein Betroffener kann zur gleichen Zeit mehrere Hauptformen der Psoriasis aufweisen und an unterschiedlichen Formen in verschiedenen Lebensabschnitten erkranken.

Psoriasis vulgaris
(gemeine Schuppenflechte)

Schuppenflechte am KnieZirka 80% der an einer Schuppenflechte Erkrankten leiden an dieser Psoriasis- Form.
Dabei kommt es vorerst zu einer Ausprägung einer kleinen Erhebung, welche zum typischen Plaque heranwächst.
Die am häufigsten betroffenen Hautstellen sind Knie, Ellbogen, Kopf und die genito-anale Region.

Psoriasis capitis
(Kopfhaut Schuppenflechte)

Psoriasis der KopfhautBei zirka 50% der an einer Schuppenflechte Erkrankten, ist auch die Kopfhaut davon betroffen.
Während man gewöhnliche, normal vorkommende Schuppen beim Berühren der Haare mit den Fingern nicht spüren kann, können bei einer Schuppenflechte als Ursache kleine Klümpchen fühlen. Diese entstehen durch Schuppenansammlungen und dadurch, daß die Schuppen von den Haaren zusammengehalten werden.
Die befallenen Stellen treten bevorzugt im Bereich des Nackens, der Stirn und des Haaransatzes, sowie dem Scheitel und über bzw. hinter den Ohren und den Ohrläppchen auf.

Nagel-Psoriasis
(Schuppenflechte an den Finger-/Zehennägel)

NagelposriasisBei zirka 30% - 50% aller Psoriasis-Patienten macht sich die Krankeit auch an den Finger- und/oder Zehennägeln bemerkbar. In der Regel sind mehrere Nägel an Fingern und / oder Zehen beidseits gleichzeitig verändert. Zumeist ist das Nagelwachstum gestört.
Typische Symptome bei psoriatischen Nagelveränderungen sind Tüpfelnägel mit kleinen, punktförmigen wie ausgestanzt wirkenden Defekten der Nagelplatte.
Ist hingegen das Nagelbett, also die Haut unter der Nageplatte betroffen, kommt es zu den Ölflecknägeln. Der "Ölfleck" liegt unter der Nagelplatte und hebt sich dort meist am Rande infolge ständiger Entzündungen und übermässigen Zellwachstums ab. Die "Ölflecken" sind meist rötlich, gelbbräunlich oder grau verfärbt.
Die dritte und schwerste Form der Nagelpsoriasis, der Krümelnagel, wird zum Glück nur selten beobachtet. Statt einer dünnen, gleichmässig stabilen Nagelplatte, wird eine bis zu 5mm dicke Schicht aus bröckeligem, gelblichem Hornmaterial gebildet.
Darf nicht mit einer Nagelinfektion verwechselt werden.

Psoriasis inversa
(Schuppenflechte in den Körperfalten)

Schuppenflechte in der AchselhöhleBei zirka 20% der an einer Psoriasis Erkrankten, sind die Körperfalten betroffen.
Diese Form findet sich typischerweise in Hautfalten und Beugeseiten (d.h. in der Achselhöhle oder Leiste, in der Unterbrustfalte bei hängenden Brüsten und in Hautfalten stark übergewichtiger Patienten). Am häufigsten betrifft inverse Psoriasis die Gesäßspalte, die Leisten, den Nabel, die Zehenspalten, den Genitalbereich und die äußeren Hörkanäle. Im Gegensatz dazu sind Achseln und Kniekehlen weniger häufig betroffen.
Die Herde sind in der Regel flach, entzündet und rot, aber nicht von Schuppen bedeckt, da durch das feuchte Milieu und die Reibung (Haut an Haut) die Schuppen abgerieben werden.

Eruptiv-exanthematische Psoriasis
(plötzlich auftretende Schuppenflechte nach Infektionen)

Punktförmige SchuppenflechteZirka 18% der an einer Schuppenflechte Erkrankten, sind von diesen Psoriasis-Formen betroffen.
Die Psoriasis punctata (punctum =Punkt, Fleck) und Psoriasis gutta (gutta = Tropfen) sind gekennzeichnet durch zahlreiche kleine rote, schuppige, tropfenförmige bzw. punktförmige Herde mit bis zu 1cm Durchmesser, die vorwiegend am Leib und den Extremitäten, aber auch im Gesicht oder über den ganzen Körper vorkommen können.
Diese Psoriasis-Formen treten häufiger bei Kindern und jungen Erwachsenen auf. Der Krankheitsausbruch scheint eng an Racheninfektionen mit Streptokokken (wie Rhinopharyngitis, Pharyngitis oder Tonsillitis) gekoppelt zu sein. Dieser Typ der Psoriasis bildet sich nach Behandlung der ursächlichen Infektion rasch zurück und bleibt oft langfristig aus. Sie kann aber in gleicher Form oder als klassische Plaque-Psoriasis wieder ausbrechen.
Bei der Psoriasis nummularis sind rundliche, etwa münzgroße Herde zu beobachten. Diese Herde können bei stärkerer Ausprägung auch zusammenfließen und großflächige Hautveränderungen bilden. Diese veränderten Hautflächen erreichen nicht selten eine Größe von zehn bis zwanzig Zentimeter im Durchmesser. Bei dieser Ausprägungsform spricht man von einer Psoriasis geographica.

Psoriasis pustulosa
(Schuppenflechte mit Pustelbildung)

Schuppenflechte der Hand mit PustelnDiese Form der Schuppenflechte betrifft weniger als 10% der Patienten.
Dabei kommt es zu einem oft sehr langwierigen Leiden, bei dem Pusteln entstehen, aufbrechen, eintrocknen und zu Schuppen, Krusten, Rissen und zum Bluten führen, meist von Juckreiz und Schmerzen begleitet.
Die großen gelblichen Pusteln (mit Eiter gefüllte Bläschen) können bis etwa 3mm groß werden. Allerdings – im Gegensatz zu Pusteln bei Hautinfektionen – sind keine Eitererreger enthalten (keimfreie Eiterbläschen).
Bei der Psoriasis pustulosa generalisata entstehen meist sehr rasch viele Pusteln auf entzündlich geröteter Haut, die großflächig über den ganzen Körper verteilt (generalisiert) sein können. In einigen Fällen sind auch die Schleimhäute (Mund, Rachen, Genitale) beteiligt. Das Allgemeinbefinden ist in der Regel stark beeinträchtigt mit Fieber, Abgeschlagenheit und allgemeinem Krankheitsgefühl.
Bei der Pustulosis palmaris et plantaris finden sich eitrige Pusteln auf den Handflächen (Palmae) und Fußsohlen (Plantae), die beim Eintrocknen bräunliche Schuppenkrusten hinterlassen. Daneben entstehen immer wieder neue Pusteln. Allgemeinsymptome wie bei der generalisierten Form fehlen in der Regel.

Psoriasis Arthritis
(Schuppenflechte mit Gelenkerkrankung)

Bei zirka 10% - 20% der an einer Psoriasis Erkrankten, entwickel sich zusätzlich zu den Hauterscheinungen eine entzündliche Gelenkserkrankung: die Psoriasisarthritis (früher: psoriatische Arthropathie).
Die Psoriasis-Arthritis hat unterschiedliche Verlaufsformen. Es können generell alle Gelenke betroffen werden, im Gegensatz zur chronischen Polyarthritis, typischerweise auch die Finger- und Zehenendgelenke und oft auch alle Gelenke eines Fingers oder einer Zehe (sog. Wurstfinger und -zehen). Die Krankheit kann sich mit flüchtigen Gelenkbeschwerden und Schwellungen oder mit sprunghaftem Auftreten bemerkbar machen, wobei die Schwellungen wieder völlig zurückgehen können. Psoriasis Arthritis ist ursächlich nicht heilbar. Es kann zu einem Knochenaufbau um die Gelenke herum kommen. Dadurch vermindert sich die Beweglichkeit der Gelenke.
Hauptsymptome der Psoriasis-Arthritis und der Psoriasis-Spondarthritis sind Schmerzen vom entzündlichen Typ, d.h. typische rheumatische Schmerzen, die vor allem in Ruhe und sogar in der Nacht auftreten oder sich zu diesen Zeiten verstärken. Oft sind sie von einer ausgeprägten Steifigkeit in den Gelenken oder im Rücken begleitet. Charakteristisch ist darüber hinaus eine Betonung der Schmerzen in den frühen Morgenstunden, eine Besserung unter Bewegung und eine ausgeprägte Morgensteifigkeit, die oft bis weit in den Tag hineinreicht. Allerdings kann selbst bei einer hochaktiven Psoriasis-Arthritis die Morgensteifigkeit völlig fehlen. Das Fehlen einer ausgeprägten Morgensteifigkeit schließt damit die Diagnose einer Psoriasisarthritis nicht aus. Die Diagnose der Psoriasisarthritis kann schwierig sein, besonders wenn Patient/Innen nur wenige psoriatische Hautveränderungen (oder keine – was vorkommt) haben.

Psoriatische Erythrodermie
(Schuppenflechte Ganzkörperbefall)

Diese seltene Form der Schuppenflechte betrifft weniger als 1% der Patienten.
Die erythrodermische Psoriasis oder psoriatische Erythrodermie Erkrankung gilt als besonders schwere Verlaufsform und entsteht durch Ausbreitung einer (bereits bestehenden) Psoriasis auf den ganzen Körper. Dabei ist die gesamte Haut entzündlich gerötet und zeigt die für Psoriasis typische oder auch eine eher feine, lockere Schuppung. Die Patienten leiden oft unter heftigem Juckreiz und Fieber, Lymphknotenschwellungen oder anderen Symptomen, die das Allgemeinbefinden deutlich beeinträchtigen.
Wegen der hohen Belastung für Kreislauf und Stoffwechsel ist sie eine ernsthafte Krankheit, die stets eine Spitalsbehandlung erfordert.

Ursachen und Auslöse-Faktoren

Über Ursachen und Entstehung der Psoriasis ist heute vieles bekannt, obwohl ein lückenloses und vollständig schlüssiges Bild noch nicht besteht.

Bei Psoriasis spielt sich in Ober- und Lederhaut eine entzündliche Reaktion ab, die gegen noch nicht definierte Bestandteile der Zellen der Oberhaut (Keratinozyten) gerichtet ist. Ausgeführt wird die Entzündung durch weiße Blutkörperchen, die mit einem speziellen Oberflächenmolekül ausgerüstet sind (CD11a), mit dem sie sich an die Innenauskleidung der Hautgefäße anbinden und dann durch die Gefäße hindurch in die Haut eindringen können. Die Entzündungszellen werden von Botenstoffen der Entzündung (Mediatoren; der wichtigste ist ein Zytokin, das als „Tumornekrose-Faktor-α“ (TNF-α) bezeichnet wird) in den Entzündungsherd gelockt, wo sie dann selbst diese Mediatoren produzieren und so die Entzündung verstärken (ein „Teufelskreis“).

Offensichtlich bedarf es zum Ausbruch der Psoriasis zusätzlicher Faktoren: Bewiesen wurde dies für Infektionen, bestimmte Medikamente und manchmal auch UV-Licht. Zusätzlich wird vermutet, dass manche Formen von physischem und psychischem Stress, eventuell auch falsche Ernährung und sicher (übermäßiger) Alkoholgenuss eine Rolle spielen.

Aufgrund von Selbstbeobachtungen Betroffener und Erhebungen behandelnder Ärzte der letzten Jahrzehnte konnten eine Reihe von Auslösefaktoren (sogenannte Trigger) lokalisiert werden. Diese so genannten „Trigger“ sind sehr vielfältig und können sowohl durch bestimmte Vorgänge im Körper als auch äußere Einflüsse entstehen. Sie können nicht nur den ersten Ausbruch, sondern auch einen erneuten Schub bei bereits bestehender Erkrankung auslösen. Insgesamt sind die einzelnen Faktoren bezüglich ihrer Krankheitsrelevanz von Patient zu Patient unterschiedlich zu bewerten. Zudem ist der Zusammenhang häufig nicht ohne weiteres erkennbar, denn in der Regel treten die Folgen erst nach einigen Tagen oder Wochen ein.

Wichtig ist aber, daß Betroffene wissen, welche dieser Faktoren bei ihnen eine Psoriasis verstärken können.

Zu den Auslösefaktoren einer Psoriasis gehören:

Auslöser Beschreibung
Infektionskrankheiten Neben allgemeinen Infektionskrankheiten (z.B. Erkältung, Virusgrippe), vor allem Infekte mit Streptokokken (z. B. Mandelentzündung, Angina oder Scharlach) oder HIV (AIDS-Erreger)
Allergien Allergische Reaktionen
Stoffwechselstörungen z. B. Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), hormonelle Schwankungen (Pubertät, Schwangerschaft, Wechseljahre)
Klimatische Bedingungen Saisonale Schwankungen der Krankheitsaktivität sind normal. Im Frühling und im Spätherbst kommt es in der Regel zur Verschlechterungen der Symptome.
Medikamente Gewisse Medikamente können die Krankheit auslösen und/oder verschlechtern. Dazu gehören z. B. Lithium, Antimalaria, Beta-Blocker, ACE-Hemmer, Interferon, Progesterone, kortisonfreie Antirheumatika, systemische Kortikosteroide nach dem Absetzen.
Stress und Belastungen Stress und körperliche oder psychische Belastungen (z. B. Prüfungssituation, Partnerschaftsprobleme, Tod eines Angehörigen oder Probleme am Arbeitsplatz)
Umwelt Umweltbedingte Einflüsse, z. B. trockene Luft im Winter oder ein Sonnenbrand.
Verletzungen Offene Verletzung der Haut, z. B. Schnitte oder Injektionen.
Hautschäden Hautschädigungen durch physikalische und chemische Einwirkungen, z. B. eng anliegende Armbänder, Gürtel oder BH, scheuernde Kleidung, heftiges Kratzen, Verbrennungen, Tätowierungen.
Alkohol Vor allem bei übermäßigem Genuss.
Übergewicht Vor allem bei starkem Übergewicht.
Rauchen Vor allem, wenn die Hände betroffen sind.
Ernährung Auch bestimmte Ernährungsfaktoren scheinen in einzelnen Fällen eine negative Rolle zu spielen.

Untersuchungen bei Psoriasis

Beim Erstgespräch mit der Ärztin / dem Arzt wird der Krankheitsverlauf erhoben (Anamnese) und eventuelle Auslösefaktoren für die Erkrankung lokalisiert. Bei der genauen Untersuchung der Haut kann meist bereits die Diagnose "Psoriasis" gestellt werden.

Um die Diagnose zu sichern, kann gegebenenfalls auch eine histologische Untersuchung notwendig sein. Ein Beispiel dafür kann die Unterscheidung zwischen Nagelpilz und/oder Nagel-Psoriasis sein. Dabei wird ein kleines Stück vom betroffenen Areal entnommen und einer Inspektion unterem dem Mikroskop unterzogen.

Bei Verdacht auf Psoriasis-Arthritis sind weiterführende bildgebende Untersuchungen (z.B. Röntgen, Szintigraphie) und Laboruntersuchungen des Blutes erforderlich.



Therapiemöglichkeiten bei Psoriasis

Vor allem in den letzten Jahren hat man, wie oben beschrieben, über die Entstehung der Psoriasis viele neue Erkenntnisse gewonnen. Dies hat auch dazu geführt, dass in der Behandlung große Fortschritte erzielt werden konnten. Ein Beispiel dafür ist die Feststellung, dass ein Botenstoff, der Tumornekrosefaktor α, im Entstehungsprozess der Psoriasis eine Schlüsselrolle spielt. So konnten durch gezielte Hemmung dieses Botenstoffes mittels spezieller, gentechnologisch hergestellter Substanzen (sog. Biologika) sowohl schwere psoriatische Hautveränderungen als auch die Gelenksentzündung bei Psoriasis Arthritis erfolgreich behandelt werden.

Trotz der großen medizinischen Fortschritte ist die Psoriasis nicht heilbar und wird die Patienten zumeist ihr ganzes Leben lang begleiten. Sie kann jedoch gut behandelt werden. Bei vielen Patienten lässt sich auch dauerhaft ein Zustand mit weitgehender oder völliger Erscheinungsfreiheit erreichen. Dazu tragen moderne Behandlungsmöglichkeiten wesentlich bei.

Psoriasis ist eine äußerst individuelle Krankheit. Genauso individuell muß das Therapiekonzept für jeden Betroffenen festgelegt werden. Die Form der Behandlung sollte in enger Kooperation mit dem Arzt nach Nutzen-Risiko-Überlegungen gewählt werden. Für die Therapie stehen eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Von entscheidender Bedeutung für einen guten und anhaltenden Therapieerfolg ist nicht nur ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Patienten und behandelndem Arzt, sondern auch die aktive Mitarbeit des Patienten selbst und ein verständnisvoller Umgang mit der Erkrankung von Seiten der Angehörigen. Dafür ist es wichtig, dass Psoriasispatienten und alle, die von der Erkrankung in irgendeiner Weise betroffen sind, gut informiert sind. Denn je besser man informiert ist, umso besser kann man mit der Erkrankung umgehen.

Ausführliche Informationen über Therapie bei Psoriasis

Ausführliche Informationen über die verschiedenen Therapieoptionen (Lokale Therapie, Lichttherapie, Systemische Therapie, Biologika) erhalten Sie hier: Konservative Therapiemöglichkeiten bei Psoriasis

Leben mit Psoriasis

Jeder macht seine eigenen Erfahrungen mit seiner Haut, und jede Haut reagiert anders. Deshalb gibt es keine allgemein gültigen Empfehlungen, sondern jeder Psoriasispatient muss im Laufe der Zeit seine eigenen Strategien entwickeln, um mit der Erkrankung zurechtzukommen. Es kann für die meisten Patienten allerdings sehr hilfreich sein, einige allgemeine Ratschläge zu berücksichtigen.

Um Rückfälle oder Verschlechterungen der Psoriasis zu verhindern, sollten Sie lernen, die für Sie bedeutsamen Auslösefaktoren zu erkennen und möglichst zu vermeiden bzw. auf ein Minimum zu reduzieren. Einige dieser Faktoren lassen sich gut beeinflussen, andere hingegen kaum. Man kann jedoch lernen, mit ungünstigen Einflüssen wie Stress oder seelischer Belastung besser umzugehen. Andererseits sollten Sie wiederum den Krankheitsverlauf begünstigende Einflussfaktoren herausfinden und ganz gezielt nutzen, wenn Sie merken, dass es Ihrer Haut gut tut.

Psoriasis und Psyche

Versuchen Sie, sich und Ihre Krankheit zu akzeptieren. Wichtig ist es auch, anderen Menschen die Krankheit zu erklären. Viele wissen nämlich nicht, dass Psoriasis nicht ansteckend ist.

Patienten, die immer wieder mit abweisenden Reaktionen und Ablehnung konfrontiert werden, fühlen sich ausgegrenzt und leiden umso mehr unter ihrer Psoriasis. Gerade in Phasen hoher Krankheitsaktivität, "im Schub" also, neigen viele Betroffene dazu, sich zurückzuziehen und ihre sozialen Kontakte einzuschränken, weil sie sich dann selbst "nicht mehr leiden" können und unsicher sind, ob Andere sie so akzeptieren. Das führt oft zu sozialer Isolation und Verbitterung bis hin zu Depressionen. Deshalb ist es wichtig, dass Patienten mit einer Schuppenflechte einen Arzt suchen, der nicht nur ihre Haut gut behandelt, sondern auch Zeit und Verständnis für ihre Ängste, Sorgen und Befürchtungen aufbringt. In Einzelfällen ist eine begleitende Psychotherapie als Einzel- oder Gruppenbehandlung durchaus sinnvoll. Sie kann helfen, sich selbst und seine Krankheit besser zu verstehen und selbstverständlicher damit zu leben.

Stress - Entspannungstechniken

Es ist bekannt, dass Stress oder seelische Belastungen einen Krankheitsschub auslösen oder bestehende Krankheitszeichen deutlich verschlechtern können. Da sich solche Situationen oft nicht vermeiden lassen, empfiehlt sich das Erlernen einer Entspannungstechnik, die dabei hilft, innerlich zur Ruhe zu kommen. Zu den gebräuchlichsten Entspannungsverfahren zählen das Autogene Training, die progressive Muskelentspannung nach Jakobson oder Yoga.

Hautpflege

Wenn man unter Schuppenflechte leidet, spielt eine sorgfältige Pflege der Haut eine bedeutende Rolle.
  • Pflegepräparate sollten immer eine Kombination aus Fett und Feuchtigkeit enthalten.
  • Die Wahl der Grundlage richtet sich nach dem Hautzustand: bei fettem Hauttyp eine Öl-in-Wasser-Emulsion bzw. Creme, bei trockenem Hauttyp eher Wasser-in-Öl-Emulsionen.
  • Im Winter verträgt die Haut mehr Fett als im Sommer.
  • Hautreizungen durch zu festes Massieren oder Reiben vermeiden.
  • Kratzen unbedingt vermeiden, da es zusätzliche Hautschäden verursacht.
  • Empfehlenswert sind Harnstoffpräparate, da die Haut von Psoriasispatienten zu wenig Harnstoff enthält.

Was ist beim Duschen und Baden zu beachten?

Es ist darauf zu achten, dass der natürliche Schutzfilm der Haut nicht angegriffen wird. Deshalb sollten möglichst alkalifreie Reinigungslotions oder rückfettende Duschöle verwendet werden. Bäder mit Öl- oder Salzzusatz haben sich ebenfalls sehr bewährt: sie lösen Schuppen und dämpfen den Entzündungsprozess der Haut. Wichtig ist, die Haut nach der Reinigung zu fetten, sei dies mittels Salben oder Crèmes. Durch das Eincremen nach dem Waschen, dem Duschen oder Baden kann die Pflegeemulsion besser einziehen. Pflegecremes (ohne Wirkstoff) können – auf gesunder wie auf kranker Haut – prinzipiell beliebig oft angewendet werden.

Da die Haut durch häufiges Waschen austrocknet, genügt es in der Regel, einmal am Tag zu baden oder zu duschen. Sehr langes Baden oder Duschen und heißes Wasser belasten die Haut zusätzlich. Bevorzugen Sie daher lauwarmes Wasser und verwenden Sie statt Seifen oder Schaumbädern milde Waschpräparate (Syndets). Ölbäder dienen zur Reinigung und zur Pflege der Haut. Es gibt zahlreiche Fertigpräparate, die unterschiedliche Zusätze, z. B. Soja-, Erdnuss- oder Mandelöl enthalten.

Die Wassertemperatur beim Baden sollte höchstens 36° C, die Badedauer 10 – 15, höchstens jedoch 20 Minuten betragen. Für die tägliche Reinigung ist eine kurze, warme Dusche besser. Tupfen Sie die Haut nach dem Duschen trocken anstatt sie zu rubbeln.

Zur Haarwäsche milde, wenig entfettende Haarwaschmittel, bei starker Schuppung medizinische Präparate verwenden.

Ernährung

Eine spezielle Diät für Psoriasis-Patienten gibt es nicht. Jedoch sollte es für Patienten mit Psoriasis ein Ziel sein, sich ausgeglichen zu ernähren und das Gewicht unter Kontrolle zu halten. Übergewicht und Fettsucht erhöhen das Risiko von hohen Blutfettspiegeln, Bluthochdruck und Diabetes mellitus. Diese Symptome begünstigen oft die Verschlechterung der Schuppenflechte. Einige Spezialisten weisen darauf hin, dass Lebensmittel mit einer Wirkung auf das Nervensystem und auf das Gefässsystem wie Kaffee, Alkohol oder Gewürze einen Einfluss auf die Entwicklung der Psoriasis Symptome haben könnten. Ausserdem sollten auch Lebensmittel, die eine steigernde Wirkung auf die Harnsäure haben, nicht im Übermasse konsumiert werden. Dazu gehören Innereien und Spargel. Da Archidonsäure entzündungsfördernd ist und deshalb die Psoriasissymptome verschlechtern könnte, sollten auch Lebensmittel, die Arachidonsäure enthalten, in reduziertem Masse konsumiert werden. Dazu gehören zum Beispiel fettreiche Fleischsorten und Wurst, Eier, Sahne und Butter. Zur Vermeidung von Juckreiz sollte möglichst auf saure, stark gewürzte oder scharfe Speisen verzichtet werden. Man soll jedoch den Genuss am Essen nicht aufgeben. Grundsätzlich sollte man sich nicht nur als Psoriasis-Patient an die Regeln einer gesunden Ernährung halten. Link: Lebensmittelpyramide

Wohin in den Urlaub?

Wenn man von Urlaubszielen speziell für den Psoriasis-Patienten spricht, so fällt einem das Tote Meer ein. Es gibt aber noch andere Reiseziele, welche neben Badeferien noch viele kulturelle, kulinarische und sportliche Abwechslung bieten.

Bei der Wahl Ihres Urlaubsortes und der Jahreszeit sollten Sie berücksichtigen, dass für Psoriasispatienten eher ein warmes, sonnenreiches Klima günstig ist. Da es bei vielen Psoriasispatienten im Frühjahr und / oder Herbst zu einer Verschlechterung der Hauterscheinungen kommt, ist es empfehlenswert, den Urlaub für diese Übergangszeiten einzuplanen.

Urlaubsorte mit intensiver Sonneneinstrahlung verbunden mit einem hohen Anteil an reflektierender Strahlung aus der Umgebung, zusammen mit Salzwasser, ist Psorasisbetroffenen besonders zu empfehlen. Auch im Hochgebirge lässt sich das Reizklima mit seiner intensiven Sonneneinstrahlung zum Abheilen einer Psoriasis nutzen.

Ein gut geplanter Urlaub kann sich sehr positiv auf Psoriasisbetroffene auswirken, allerdings sollte dieser zumindest 3 - 4 Wochen dauern.

Psoriasis und Kinderwunsch?

Die Psoriasis ist keine Erkrankung, wegen der man auf Kinder verzichten muss. Auch hinsichtlich Verlauf und Risiken einer Schwangerschaft unterscheiden sich Psoriatiker und Nichtbetroffene nicht unbedingt voneinander.

Bei bestehendem Kinderwunsch ist es empfehlenswert, bereits frühzeitig das Gespräch mit dem behandelnden Hautarzt zu suchen. Denn ein Teil der Medikamente, die zur Behandlung der Schuppenflechte eingesetzt werden, kann fruchtschädigend wirken und das nicht nur während der Einnahme. Nahezu alle oral (über den Mund) eingenommenen antipsoriatischen Medikamente können sich nicht nur während des Einnahmezeitraums, sondern auch noch für einen unterschiedlich langen Zeitraum danach schädlich auf das ungeborene Kind auswirken. Neben der Beantwortung vieler persönlicher Fragen ist der Hautarzt deshalb gleichzeitig Ansprechpartner, um eine weiterhin notwendige Behandlung der Schuppenflechte auf für Mutter und Kind besser verträgliche Therapeutika umzustellen.



Wichtiger Hinweis:
Die angegebenen Krankheitszeichen (Symptome) werden sehr häufig bei der Diagnose zu dieser Erkrankung beobachtet. Jedoch kann diese Erkrankung auch ohne bzw. mit anderen Krankheitszeichen vorliegen. Sollten Sie an ähnlichen Krankheitszeichen wie beschrieben leiden, dürfen Sie nicht daraus schließen, dass diese Erkrankung auf sie zutrifft.
Fragen Sie bitte Ihre Ärztin oder Ihren Arzt! Bei nahezu allen Erkrankungen ist eine frühzeitige Erkennung und damit die rasche ärztliche Intervention für den Heilungserfolg von größter Bedeutung.

Die Informationen bzw. Krankheitsbeschreibungen von www.medhelp.at ersetzen nicht die Betreuung, Beratung und Versorgung durch Ärzte, Krankenhäuser, Apotheker und anderen Leistungserbringern. Alle Informationen sind unverbindlich und für Patienten gedacht, die allgemeine medizinische und gesundheitliche Fragen haben. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Informationen wird, trotz gewissenhafter Prüfung, jede Haftung ausgeschlossen. Ebenso kann für Fehler bei der Übermittlung im Internet keinerlei Gewähr übernommen werden.
 
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